Statement: Prof. Scheibel

„Die gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts wie Umwelt- und Klimaschutz, Energieversorgung und Ressourcenverknappung stellen an die heutige Materialentwicklung hohe Ansprüche. Moderne Materialien müssen daher mehr erfüllen als nur einzelne Funktionen wie mechanische Festigkeit oder elektrische, optische oder magnetische Eigenschaften. Die Anforderungen gehen immer mehr dahin, multifunktionelle, adaptive, interaktive und stimuli-responsive Materialeigenschaften zu kombinieren. Ebenso spielen neue Verarbeitungsprozesse eine immer größere Rolle: Die additive Fertigung ist eine Revolution der industriellen Produktion. Sie erlaubt einerseits völlig neue Produkte und Dienstleistungen und anderseits eine extrem schnelle, kundenorientierte und flexible Kreation und Produktion von Innovationen.

Im Gegenzug fasziniert die Natur mit einer Vielzahl spezialisierter Einzel- und Systemlösungen. Im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte ist es lebenden Organismen gelungen, ihren Aufwand an Energie und Ressourcen zu reduzieren, intelligente Strategien der Informationsverarbeitung und des Recyclings zu entwickeln sowie Stoffwechselreaktionen auf engstem Raum optimal und zeitlich koordiniert ablaufen zu lassen. Davon kann die Material- und Werkstoffforschung lernen und profitieren, weswegen der Aspekt der „Biologisierung der Materialwissenschaften“ immer wichtiger wird.

Die „Gesellschaft für Ressourceneffizienz und Additive Technologien“ ermöglicht in diesem Zusammenhang die „Biologisierung der Materialwissenschaften“ voranzubringen, und so national wie international das Thema einer breiteren Öffentlichkeit sichtbar zu machen.“